Der Zyklus erzählt von einer längst verschwundenen Welt, dem Königreich Galizien in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Als Vorlage dienten Fotografien aus den heimischen Alben; kleine, verschwommene und reichlich vergilbte Fotografien, deren Reiz eher in einer Ahnung von Geschehenem als in der tatsächlichen Darstellung liegt.

Die Vorfahren meines Vaters siedelten sich Mitte des 19. Jahrhunderts in einem südlich von Lemberg (dem heutigen ukrainischen Lwiw) gelegenen Gebiet an und gründeten dort die deutsche Sprachinsel Felizienthal und die Ortschaft Annaberg, wo ein großer Teil meiner Familie wohnte. Der christliche Glaube und das karge, arbeitsreiche Leben standen schon immer im Mittelpunkt der Familiengeschichte, und so kreisen die Bilder um diese Themen.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges war das Schicksal meiner Ahnen dort jedoch besiegelt; die Familie wurde mit der Aktion „Heim ins Reich“ ausgesiedelt, und so landete sie über schlesische und niedersächsische Umwege im Sauerland.